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Während die umliegenden Gemeinden Lobberich, Breyell, Boisheim und Bracht bereits in der Zeit von 1000 - 1300 urkundlich erwähnt wurden, ist Schaag noch relativ jung und erst um 1700 besiedelt worden. Während der Entstehung Breyells auf eine keltische Siedlung zurückzuführen ist, fällt die Entstehung der einzelnen Sektionen, die heute zum Ort Schaag zusammengewachsen sind, in die Zeit der fränkisch-germanischen Landnahme. Zahlreiche Beispiele der Ortsbezeichnungen nach der gegebenen Bodenstruktur und Lage geben Anhaltspunkte für den Zeitraum der ersten Besiedlung. Die Ortsteile Rahe (Rodung), Bruckrath (früher Brockrahe - Bruchrodung), Pasch (Posch - Gebüsch) und Rieth sind Beweis für die Entstehung in der Rodezeit. Älteren Datums ist die Bezeichnung Steinkaul oder Steinkoul für den heutigen Zentralbezirk des Ortes, deren Deutung auf die älteste Dingstätte der Breyeller Mark zurückgeht. Bei der Steinkoul handelt es sich nämlich keineswegs um eine mit Steinen oder Geröll bedeckte Grube, sondern um eine in der Nähe des alten Friedhofs (der Gevertsheide) gelegene Mulde, die von Gebüsch eingerahmt war, und in der die Schöffen der Dingbank Breyell unter Vorsitz des Brüggener Vogts auf steinernen Sitzen zu Gericht saßen und das Recht wiesen, bis das Ortsgericht auf das alte Kessel´sche Adelsgut Spilburg an dem Wege von Speck nach Berg verlegt wurde. Der Ortsteil Speck, damals zu Recht als die Weberstraße des Ortes bezeichnet, hat seinen Namen von dem altdeutschen Wort Speck (Specke - Knüppeldamm), aus Reisig und Erde aufgeworfener Fahrweg durch ein sumpfiges (am Mühlenbach gelegenes) Gebiet, dessen Begrenzung nach Westen der Hennendeich (die heutige Breyeller Straße) war. Auch der Ortschaft Bullen (heute Am Kreuzgarten), die sich an das Tal des Sonnenbaches anlehnt, ist sehr alt. Der Name kommt aus dem Wort Bullt, Bülte (niederdeutsch), welches bewachsener Erdrücken bedeutet. Es gibt dort noch heute die Flurbezeichnung Auf dem Damm. Furth ist Durchfahrt durch ein Gewässer. Wenn durch den hier in Frage kommenden Mühlenbach eine besondere Furt erwähnt wird, muss man schon mit Sicherheit annehmen, dass der Mühlenbach damals eine erhebliche Breite gehabt hat. Die alte Ortsbezeichnung Steinkoul oder Steinkaul für die Sektion Schaag, die in der Mitte der elf Sektionen lag und, Kirche und Schule einschließend, eine hervorragende Stelle einnahm, ging am Anfang des 19.Jahrhunderts verloren. Obwohl in allen Schriften des 18.Jahrhunderts sich konstant die Bezeichnung Steinkoul findet, die Rektoren sich - Rectores Sacelli Sanctae Annae in Steinkoul - nennen und auch die Kapelle nicht anders ald die Kapelle zur hl. Anna in der Steinkoulen genannt wird, ist aus heute völlig unbekannten Grunden dieser ursprüngliche Ortsname verschollen. Wenn auch, wie in den übrigen niederrheinischen Gebieten etwa seit dem 14.Jahrhundert, für die bäuerliche Klasse die sogenannten Knüppellehen in Breyell eine nicht geringe Bedeutung erlangten, so ist der Bauernstand in Schaag hiervon nicht beeinflusst worden. Hier sind die landwirtschaftlichen Betriebe nicht aus Lehnsbesitz, sondern im großen und ganzen durch ausgedehnte Rodungen entstanden, die sich bis in das 18.Jahrhundert fortsetzen. In Schaag saßen somit durchweg freie Bauern. An alten Gehöften sind zu nennen: der Dollekopshof (alter Besitz Penders in Sonnendyck), der inzwischen untergegangen ist. Die Bötzkeshöfe in Bruckrath und Kindt sowie ferner die alten Hofsitze Thofondern, Gisbertz, Moubis, Ploenes und Hoffmans. Erst duch zahlreiche Erbteilungen kam es zu Streu- und Kleinbesitz. Diese Kleinackerer fanden ihren Hauptberuf im Flachsanbau und in der Leinenweberei und im vorigen Jahrhundert in der Samt- und Seidenweberei. Aus dem bäuerlichen und handwerklichen Bereich trat der ort zu Anfang des vorigen Jahrhunderts durch die Gründung der Lederindustrie (Gerbereien Hoffmans, Ploenes, Thofondern) und der Brauereien(vorwiegend in Kindt) heraus. Die Einwohnerzahl betrug bis vor den ersten Weltkrieg rund 1800 Seelen und wuchs bis heute auf ca. 4000. Wenn Schaag auch kein ausgesprochener Industrieort wurde, gaben doch eine Reihe von ortsansässigen Betrieben einem großen Teil der Bevölkerung Arbeit und Brot. Nach dem zweiten Weltkrieg hat sich das Bild des Ortes grundlegend gewandelt. Große Wohnungsbauma0nahmen in Sonnendyck, an der Happelter und Versteylstraße, Hubertustraße und rund un den neu gestalteten Marktplatz wurden durchgeführt. Es entstanden eine neue Schule mit Turnhalle sowie ein Kindergarten und ein Jugendheim, um nur einige Maßnahmen heraus zu heben. Auch der Straßenbau wurde sehr gefördert und trug dazu bei, dem Ort einen sauberen und freundlichen Anblick zu geben. Die Infrastruktur wurde durch Verlegung von Wasserleitung und Kanal weiter verbessert. Seit dem 1. Januar 1970 gehört der Bereich Schaag der ehemaligen selbstständigen Zivilgemeinde Breyell nun zur neuen Stadt Nettetal. Im Jahr 1995 wurde Schaag eigener Stadtteil neben den früheren Gemeinden Lobberich, Kaldenkirchen, Breyell, Hinsbeck und Leuth. Die Schaager hoffen, dass das Erscheinungsbild ihres Stadtteiles in Zukunft mit den anderen Stadtteilen bestehen kann. Wie heißt doch auch wieder das schöne Liedchen: "Schaag es schuen, Schaag is schuen, es van alle Öert de Kruen!" Quelle: Schaager Lese- und Bilderbuch
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